Schweizer Sägewerke steigern die Produktion
Am 22. Juli 2026 veröffentlichte das Bundesamt für Statistik BFS die neuesten Zahlen zur Schweizerischen Forststatistik sowie zur Eidgenössischen Holzverarbeitungserhebung (HVE).
In der Forststatistik ist zu lesen, dass die Holzernte 2025 insgesamt um 1,1% gegenüber dem Vorjahr gestiegen sei. Dieses Wachstum ist jedoch ausschliesslich auf die höhere Energieholzernte zurückzuführen. Die Stammholzernte ging hingegen um 0,1% zurück und belief sich auf knapp 2,2 Millionen Kubikmeter. Damit machte sie noch rund 45% der gesamten Holzernte aus. Zum Vergleich: Im Jahr 2004 wurden noch 3,4 Millionen Kubikmeter Stammholz geerntet, was einem Anteil von 66% entsprach. Auch die Industrieholzernte ging 2025 um 0,7% zurück. Aus Sicht der Holzindustrie geht der Trend in die falsche Richtung: Der Wald sollte primär Holz für den stofflichen Einsatz liefern.
Laut der Holzverarbeitungserhebung 2025 betrug die Einschnittmenge in den Schweizer Sägewerken rund 2,0 Millionen Kubikmeter. Der weitaus grösste Teil des Einschnitts, nämlich 96%, war Nadelholz. Dabei erhöhte sich der Nadelholzeinschnitt gegenüber dem Vorjahr um rund 1,4%. Der Laubholzeinschnitt hingegen reduzierte sich um 3%. Der markanteste Rückgang ist bei der Buche mit minus 13% zu verzeichnen. Aus dem eingesägten Rundholz wurden rund 1,2 Millionen Kubikmeter Schnittholz produziert.
Die Zunahme der Produktion in den Sägewerken ist erfreulich und, angesichts der allgemeinen Konjunkturlage, auch bemerkenswert. Die Entwicklung ist vor allem auf die starke Nachfrage aus dem Holzbau zurückzuführen. Dieser verzeichnete in den vergangenen Jahren höhere Wachstumsraten als die übrige Bauwirtschaft. Erschwerend für die Schweizer Holzindustrie war und ist jedoch der Wechselkurs. Der gegenüber dem Euro starke Schweizer Franken begünstigt den Import von Holzprodukten aus den Nachbarländern und drückt auf die Margen unserer Betriebe.
Eine von Holzindustrie Schweiz Anfang Juni 2026 durchgeführte Umfrage bei HIS-Mitgliedern lässt auf eine gute Auftragslage im ersten Halbjahr 2026 schliessen. Nach Einschätzung der befragten Unternehmer bleibt die Nachfragesituation auch in der zweiten Jahreshälfte positiv.
Die Steigerung der Holzproduktion entspricht den Zielen der Integralen Wald- und Holzstrategie 2050. Der Bund und die Kantone möchten u.a. die Wertschöpfungskette Wald und Holz stärken, die Kaskadennutzung fördern und die jährliche Holzerntemenge um eine Million Kubikmeter erhöhen. In den kommenden Jahren sollten demzufolge, analog zur bisherigen Sortimentsaufteilung, jährlich 400’000 bis 500'000 Kubikmeter zusätzliches Stammholz bereitgestellt werden. Die Anstrengungen müssen auf allen Ebenen deutlich erhöht werden, um die Ziele der IWHS 2050 zu erreichen. HIS und weitere Branchenverbände planen deshalb Gespräche mit den Kantonen, um gemeinsam zu erörtern, wie die Holznutzung weiter gesteigert werden kann.
