Rückblick: 24. VGQ Holzbau-Forum 2026
Die Beiträge zeigten eindrücklich, mit wie viel Innovationskraft die Branche den Weg in Richtung Netto-Null vorantreibt.
Holzindustriebetriebe auf dem Weg zu Netto-Null
Res Näf (Necker Holz, Brunnadern) und Pirmin Fischbacher (Innoholz, Gähwil) zeigten, wie Holzindustriebetriebe den Weg zu Netto-Null gestalten. Zentrale Hebel sind stärkere Partnerschaften, kurze Transportwege und gemeinsame Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette. Elektroantriebe erweisen sich dabei nicht nur als ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich – bei PKW, LKW und Staplern. Der grösste Hebel liegt jedoch in der Beschaffung: Regionale Beschaffung und optimierte Vorketten reduzieren Transportdistanzen, senken Emissionen und fördern Effizienz in der Lieferkette.
Holzfaserdämmplatte LIGNATHERM
Ernest Schilliger stellt die Schweizer Holzfaserdämmplatte LIGNATHERM von der Schilliger Holz AG (Küssnacht). Die Notwendigkeit, anfallende Holzschnitzel kontinuierlich abzusetzen, verdeutlicht die Bedeutung einer möglichst geschlossenen Wertschöpfungskette im Holzbereich. Vor diesem Hintergrund wurde auch die Investition in LIGNATHERM initiiert.
Er zeigte sich zuversichtlich und betonte, dass derzeit eine der modernsten Anlagen Europas im Einsatz ist. Das Team sei hoch motiviert und arbeite daran, das Projekt erfolgreich umzusetzen. Aufgrund ihrer hohen Produktionsleistung übersteigt die Kapazität jedoch die Nachfrage des Schweizer Marktes, weshalb auch internationale Absatzmöglichkeiten von Bedeutung sind. Eine zentrale Herausforderung stellt nach wie vor das Zulassungswesen dar.
CLT-clever
Urban Jung und David Riggenbach (Blumer Lehmann) stellten CLT-clever vor. Dabei handelt es sich um ein ressourceneffizientes Brettsperrholz, das künftig in Gossau produziert werden soll. CLT clever kombiniert konventionelles CLT mit Rippen oder Hohlkastenelementen und ermöglicht eine Lastabtragung in ein oder zwei Richtungen, je nach Anforderung auf lineare oder punktuelle Auflager.
Das System eignet sich besonders für horizontale Bauteile wie Geschossdecken und Flachdächer, vor allem in Wohn-, Bildungs-, Büro- und Gewerbebauten. Es passt gut zu modularen Rastern und grösseren Spannweiten und ist auch für sichtbare Holzdecken geeignet. Zudem ermöglicht es eine schlanke Holzarchitektur ohne Unterzüge.
MORF
Peter Müller, Projektleiter bei Dahinden Energie AG, stellte MORF vor. Eine Lösung zur dezentralen Energiegewinnung aus der Kreislaufwirtschaft. In der Anlage können Biomasse, Kunststoffe sowie spezielle Abfälle wie Klär- und Ölschlämme verarbeitet und in sogenanntes Cracköl (Rohöl nach EN590-Standard) umgewandelt werden. Auch eine gemischte Verarbeitung der Rohstoffe ist möglich. Die patentierte Technologie bietet grosses Potenzial und vielversprechende Zukunftsaussichten.
