Zahlen und Fakten
Zahlen und Fakten
Es gibt nicht nur spezialisierte, reine Sägewerke, sondern auch viele Sägewerke mit anderen (Holz-)Betriebsteilen daneben. Die Statistiken grenzen unterschiedlich ab, und so gibt es keine genaue Beschäftigtenzahl – sie liegt zwischen 1700 und 3600 Mitarbeitenden. Die Mitglieder von Holzindustrie Schweiz verarbeiten überwiegend Nadelholz der Arten Fichte und Tanne. Laubholz macht nur 5% aus. Die Schweizer Waldbesitzer schlagen jedes Jahr etwa 5 Mio. Kubikmeter Holz, davon sind etwa 3,5 Mio. Kubikmeter sägefähiges Rundholz. Von dieser Rundholzmenge werden 70% verarbeitet, der Rest wird bis jetzt exportiert. Aus den runden und konischen Stämmen entsteht zirka 60% Schnittholz, als Hauptprodukt. Gleichzeitig fallen also 40% Restholz als Nebenprodukte an: Säge- und Hobelspäne, Hackschnitzel, Schwarten/Spreissel, Rinde. Die kontinuierliche Abfuhr dieser grossen Restholzmenge ist wichtig, sonst stünden die Sägewerke bald still. Die Schnittholzproduktion von derzeit 1,5 Mio. Kubikmetern geht zu 50 – 60% in den Baubereich. Dann folgen Paletten/Kisten, Export, Baumärkte, Innenausbau und Fensterbau. Restholz wird für die Herstellung von Papier, Zellstoff und Holzwerkstoffen (z.B. Spanplatten) verwendet. Immer wichtiger wird Restholz auch für die Energieerzeugung. Viele Sägewerke produzieren bereits Wärme für die eigenen Trockenkammern und für Fernwärmenetze, die grössten Betriebe kommen nun auch für die Produktion von Biomassestrom in Frage.
Strukturumbruch und starkes Wachstum
Die Sägewerke verkaufen "nur" Halbfabrikate (Schnittholz) und keine Gestaltungs-, Planungs- oder Bauleistungen. Weil es auf Schnittholz keinen Grenzschutz gibt, sind die Sägereien dem internationalen Wettbewerb ungleich stärker ausgesetzt als die Zimmereien und Schreinereien. Die Branche durchlebt deshalb einen raschen Strukturwandel hin zu grösseren Produktionseinheiten – in Kürze werden die grössten 6 Betriebe mehr als 50% der Schweizer Produktion leisten, bei insgesamt noch 350 Sägewerken. Die grösseren Betriebe zeigen ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich und steigende Exportanteile. Die Sägereibranche wächst von allen Subsektoren der traditionellen Holzkette am stärksten, und sie baut ihre Strukturen am schnellsten um:
- Die Rundholznachfrage nimmt zwischen 1999 und 2009 um über 80% zu–von 1,9 auf 3,5 Mio. Kubikmeter Nadelstammholz.
- Die grössten 6 Betriebe legen zwischen 2007 und 2009 um über 50% zu (25% pro Jahr).
Die auf lokale Märkte ausgerichteten Klein- und Mittelbetriebe konzentrieren sich auf Nischen, auf wenige ausgesuchte Produkte besonderer Qualität. Je enger die Zusammenarbeit mit einzelnen Kunden (bis hin zur gemeinsamen Produktentwicklung), desto mehr spielen auch andere Faktoren als die Grösseneffekte eine Rolle. Es existiert ein breites, modernes und vielfältiges Mittelfeld in der Branche – die Banken, die wissen das: Sie investieren in unsere zukunftsgerichteten Betriebe.
Die Sägerei im Spannungsfeld zwischen Tradition und Wandel
Wenn früher die Sägemühle am Bach als integraler Bestandteil des Wirtschaftslebens einen Ort mitprägte, so sind die Betriebe von heute den Launen und Befindlichkeiten der Weltmärkte, der globalen Konkurrenz und der Konjunkturentwicklung ausgesetzt. Das politische Umfeld, Entwicklungen in der Waldbewirtschaftung, aber auch Einflüsse der Natur wie Stürme oder Käfer-befall beeinflussen die wirtschaftliche Situation der Schweizer Sägereien zusätzlich.

