Produktionskosten

Unsere Produkte stehen im internationalen Wettbewerb, ohne jeden Grenzschutz. Die Kostenentwicklung unserer Produktionsfaktoren im internationalen Vergleich geniesst deshalb beson-dere Aufmerksamkeit.


Bei den Transportkosten ist unser stetes Bemühen, die negativen Auswirkungen der LSVA in Grenzen zu halten. Jeder Stamm wird zunächst auf einen LkW geladen, Rückfuhren in den Wald sind nicht möglich und unser Rohmaterial ist im Vergleich zum Wert sehr schwer (Wassergehalt im Frischholz). Da auch Schnittholz und Nebenprodukte (Sägespäne, Hackschnitzel) wiederum transportiert werden müssen, wird dasselbe Stück holz sogar mehrfach mit LSVA belastet.
Der Bund hat seinerzeit die besondere Belastung unserer Branche anerkannt und einen Viertel LSVA-Rückerstattung zugestanden. Dennoch ist unsere Transportkostenbelastung im internationalen Vergleich sehr hoch.


Bei den Bodenpreisen spüren wir die Industrielandknappheit in der Schweiz; im Vergleich zur Wertschöpfung haben wir grossen Platzbedarf und deshalb hier den grössten Standortnachteil gegenüber dem Ausland. Ein Ausrufezeichen setzten Kanton Graubünden und Bürgergemeinde Domat/Ems, indem sie für den Bau des Grosssägewerkes erstens die halbe Parzelle mit einer Rodung aus dem Wald gewonnen haben und zweitens das Land im Baurecht abgegeben haben.


Bei den Stromkosten sind aktuell die grössten Veränderungen im Gang. Von der Strommarktliberalisierung profitieren unsere Betriebe kaum, sondern sie müssen mit grossen Aufschlägen rechnen. Andererseits kommen ein bis zwei Dutzend Betriebe auch als Biomasse-Stromproduzenten in Frage – allerdings sind die Vergütungsansätze weniger üppig als im Ausland, so dass dieser Anreiz noch kaum wirkt.


Bei den Lohnkosten haben wir zwar wie in anderen Branchen die absolut höheren Kosten, was aber mit der höheren Jahresarbeitszeit ausgeglichen wird. Die Branche verfügt über einen eigenen Gesamtarbeitsvertrag.


Bei den Rohstoffkosten verlieren wir einen Vorteil, den wir in der vergleichsweise lange dauernden Bewältigung der Sturm- und Folgeschäden von Lothar hatten. Bis Mitte der Neunziger Jahre war die Schweiz beim Rundholz eine Hochpreisinsel, von 2000 bis 2006 eher ein Tiefpreisland, was auch in sehr hohen Rundholzexporten zum Ausdruck kam. Jetzt haben sich die Preise international ausgeglichen und der Rundholzexport ist stark rückläufig.

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