Zweite Mitgliederversammlung
Säger treffen sich in der alten Mühle Langenthal
60 Leute haben an der zweiten Mitgliederversammlung in Langenthal teilgenommen, darunter Nationalrätin Sylvia Flückiger. Es waren 47 Firmen aus der ganzen Schweiz vertreten. Vom Recht, seine Stimme einem Kollegen zu geben, wurde wenig Gebrauch gemacht(3).
Neu: Thomas Lädrach im Vorstand
Als Ersatz für Thomas Rohrer, der in die HIS-Geschäftsstelle gewechselt hat wurde Thomas Lädrach in den Vorstand gewählt. Thomas Lädrach (1969) führt den Betrieb Reinhardt Holz AG (OLWO Gruppe) in Erlenbach, und ist auch Mitglied der Holzmarktkommission sowie des BSV-Vorstandes.
Der gesamte Vorstand ist bis 2012 gewählt
Präsident Rime zur Wirtschaftslage
Die Wirtschaftslage ist ein Jahr nach der Krise immer noch ungewiss. Viele Staaten sind verschuldet. Die Banken, welche die Kredite vergeben, achten in erster Linie auf ihre eigenen Gewinne. Der Euro kann, ohne einheitliche Fiskal- und Wirtschaftspolitik, keine erfolgreiche Währung sein. Unsere Industrie ist davon auch betroffen: Durch den Kursabfall des Euro wurde die ausländische Konkurrenz billiger. Nach der neuesten Studie der Crédit Suisse ist der Bau von Einfamilienhäusern in Europa rückläufig. Dies wirkt sich negativ auf den Holzverbrauch aus. Und nicht alle Länder haben 2010 den Tiefpunkt erreicht, v.a. Italien nicht.
Positiv in der Schweiz ist die tiefe Arbeitslosigkeit (4 %) und die niedrige Verschuldung. Der Finanzplatz Schweiz ist ein wichtiger Teil unseres Landes. Dieser wurde zu wenig verteidigt. Nach LFI-Zahlen liegt die Nutzung von Fi/Ta bei 3,5 Mio fm. Es wäre also genug Holz für uns da.. Leider hat die Nutzungsfunktion der Wälder nicht mehr erste Priorität. Biodiversität heisst das neue Credo. Die Branche steht vor einer grossen Herausforderung.
Welt-Holzmarkt noch nicht erholt
Zu den Holzmärkten weltweit äusserte sich EOS-Präsident und HIS-Vorstand Alfred Jechart: Der Holzverbrauch Italiens (grösstes Importland) ist massiv gesunken, -20% zu 2009 in allen Holzprodukten. Wegen Liquiditätsmangel sind Lieferungen auch riskanter geworden.
Deutschland ist recht stabil, in Süd-DE stehen die Rundholzpreise bei 85-90 € - wie 2006, als der Absatz lief. Die Säger bleiben unter der für 2010 geplanten Produktion, auch die Prognosen für den ganzen EOS-Raum werden eher unterschritten.
In Deutschland und Österreich gibt es 30-40% Überkapazitäten bezogen auf eine normale Nutzung, in der Schweiz sind die Verhältnisse ausgewogen.
Schweden profitierte im Vorjahr von der Abwertung der Krone zum Euro, nun hat sich die Situation umgedreht, und das Rundholz ist so teuer wie noch nie.
In Spanien stehen hunderttausende Wohnungen leer – der Neubau ist wie in Griechenland nahe bei Null.
In Osteuropa ist die Entwicklung positiver; das MM-Werk in Tschechien setzt bereits 50% der Produktion dort ab.
In den USA wurden 2009 nur 500‘000 Wohnungen gebaut – der tiefste Wert seit 1945 als das Land 100 Mio Einwohner hat, heute sind es 300 Mio.
Lichtblicke: In Japan steigen die Preise, und die Märkte der Levante mit einer jungen Bevölkerung haben grossen Nachholbedarf: Seit dem konstanten Ölpreis ist auch das Geld für den Holzimport da.
Weltweit herrscht momentan eine gute Balance zwischen Angebot und Nachfrage. Den Schweizern tut der hohe Franken zum Euro weh.
Rundholz in der Schweiz
Präsident Rime kommentierte die jüngsten Bewegungen auf dem Schweizer Markt, die kaum mehr Menge bringen.
Wegen der knapperen Bevorratung ist auf Sommer und Herbst hin kluges Handeln angesagt. Die Sitzung der Holzmarktkommission wurde auf Wunsch von HIS von den Sommerferien angesetzt. (7.7.10).
Jürg Hilpertshauser, Vize-Präsident HIS, erläuterte die Entwicklung auf dem Industrie- und Restholzmarkt.