EOS: Rundholz europaweit knapp

EOS: knappe Rundholversogung europaweit

Die schlechte Rundholzversorgung faktisch in ganz Europa war das dominierende Thema der Generalversammlung der Europäischen Sägewerksvereinigung (EOS) am 11. Juni in Como/IT, so timber online aus Gesprächen mit den Präsidenten Österreichs und der EOS.

„Die Versorgung ist katastrophal. Die Preisrallye beim Rundholz ist nur auf das geringe Angebot zurückzuführen“, meint Hans Michael Offner. Bei vielen Unternehmen sei die Versorgung kritisch.

„Nicht eine boomende Schnittholz-Nachfrage hat für den Preisauftrieb gesorgt, sondern alleine das geringe Angebot“, ergänzte EOS-Präsident Alfred Jechart. Das Marktgleichgewicht wird von beiden als fragil eingeschätzt. „Die Situation kann kippen“, so Offner.

 

Regionen mit besonders angespannter Versorgungsituation seien Süddeutschland und Österreich. In Österreich wird gegenwärtig überwiegend zweischichtig gearbeitet, für den Sommer sind mehr Stillstände als üblich angekündigt worden.

Laut Offner gäbe es teilweise in Skandinavien, im Baltikum sowie von Mitteldeutschland nordwärts Regionen mit ausreichend Rohstoff. „Die dortigen Unternehmen arbeiten voll. Ich habe Sorge, dass wir Marktanteile verlieren“. Jechart glaubt, dass die EOS-Vorhersage von weltweit +5 bis 6% Produktion und Nachfrage 2010 halten wird: Der Hauptunterschied zum Vorjahr seien die sehr tiefen Lagerstände. So reiche die schwache Nachfrage, um das Angebot zu übersteigen.

Für die nächsten Monate wird von der EOS kein Marktaufschwung erwartet. Die Neubauzahlen wären schwach, mengenmäßig besser geht es bei der Renovierung. Exemplarisch wäre Italien. Speziell dort hätte man auch die Sorge, dass „die Sparpakete das zarte Pflänzchen der Konjunkturerholung abwürgen werden“ (Offner). Als Kompensation für die geringe Abnahme in Europa könnten aber auch die USA nicht dienen.

 

 

Am Rande der EOS: Alfred Jechart im Gespräch mit Bruno Christen