Branchenkrise: Klartext
10.03.2009
Branchenkrise: Klartext
In der Top-Liga der deutschen Säger halten die Berater Einzug – sicher ein Wunsch der Banken. Einer dieser Berater, Dr. Wieselhuber & Partner (W&P) aus München, legt nun eine schonungslose Analyse auf den Tisch: Eine grundsätzliche Lösung für die Branche ist nicht in Sicht. Vielmehr kündigt sich eine Konsolidierungswelle an, die zu notwendigen Kapazitätsbereinigungen führen wird. Für die Branchenexperten von W&P basiert die Krise auf einer strategischen Fehleinschätzung, die zu einem drastischen, aber ungesunden Wachstum einiger Branchen-Player führte. Hinzu kommt ein verschärfter Wettbewerb um Rundholz - insbesondere in Süddeutschland herrscht aufgrund der Sägewerksdichte Rundholzknappheit und somit der Zwang zur überregionalen Beschaffung. Die Konsequenz der Grosssägewerkbetreiber: Auslastungswettbewerb. Das heisst ein ruinöser Preis- und Mengenwettbewerb auf den klassischen Märkten Südeuropas, im Nahen Osten und in Asien mit der Konsequenz steigender Rundholzpreise bei rückläufigen Verkaufspreisen. Mit diesem Vorgehen befinden sich die Unternehmen auf dem Holzweg. Absatzsicherung um jeden Preis zieht nur bei positivem Deckungsbeitrag - und der ist meist bereits deutlich negativ. Klassische Sanierungsansätze, wie Personalkosten- oder Materialkostensenkung, würden nicht funktionieren, da Personalkosten aufgrund des hohen Automatisierungsgrades mit 8 Prozent bis 10 Prozent ohnehin gering und Rundholzpreise nicht nur nachfrageseitig bestimmbar sind. Es müssen dringend Kapazitäten aus dem Markt verschwinden - und dürfen nicht, wie in der Vergangenheit, mit Kostenvorteilen aus einer Insolvenz heraus weiterbetrieben werden. Nur wem es jetzt gelinge seine Wertschöpfung weiter auszubauen, aus der Austauschbarkeit des Commoditiy-Geschäfts herauszukommen, Nischenmärkte aktiv selbst zu gestalten und Strategieinnovationen aufzusetzen, wird nachhaltig gestärkt aus der Branchenkrise hervorgehen. Hoffen wir, dass tatsächlich Kapazitäten vom Markt verschwinden. Das schlechte Beispiel heisst Kühne Adelebsen: 11 Jahre unter Insolvenzverwaltung, bis das Werk von Klausner gekauft wurde, der seinerseits seit Mai 2008 in Schieflage ist Herausgefordert sind neben Staat und Staatsforst auch die Banken (Klausner, Häupl, )